Zwei »Parteien«

Kurz vor Fertigstellung und Einreichung meiner Dissertation möchte ich mit einer klärenden Darstellung zweier unterschiedlicher Herangehensweisen an »Wissenschaft« aufwarten. Umgangs- und privatsprachlich spreche ich oftmals von den »zwei Parteien«… –

Da sind

1. Die Naturwissenschaften; sie intendieren Erkenntnisgewinn durch Beobachtung, Experiment und Logik; sie versuchen zu »erklären«.

2. Die Geisteswissenschaften; sie intendieren Erkenntnisgewinn durch reflektierendes Verstehen innerer Zusammenhänge; sie versuchen zu »verstehen«.

Zu 2. kann auch von dem vielbeschworenen »Bauchgefühl«, einer »emotionalen Intelligenz« oder auch »Intuition« die Rede sein. –  Von meiner Seite hier noch ein Aphorismus zum Thema Vermischung der Wissenschaftstypen:

  1. Wenn die Schwer-Kopferten Mathematiker ihre Logik auf Gebiete wie Psychologie und Soziologie auszudehnen versuchen, ist das Chaos perfekt.               (13.05.08)

»Man sieht nur mit dem Herzen gut.« Antoine de Saint-Exupéry.

Ich habe fertig!

Κристиан Φерх CF von Ben

Κристиан Φерх

Versuch einer Vereinsgründung / Neujahrsgruß

Erst einmal allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2015!

An diesem Ort sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass das chinesische Neujahr erst am 19. Februar gefeiert werden kann. Im Unterschied zu dem in unserem Lande gültigen Kalender richtet sich der chinesische Kalender nach dem Stand des Mondes. Das Neujahrsfest findet erst am zweiten Neumond 2015 statt, eben am 19.02.15. Dann endet das Jahr des Pferdes, und es beginnt das Jahr der Ziege… –

Zu berichten gilt es an diesem Ort über den Versuch einer Vereinsgründung, welche mir – nach der bedauernswerten Auflösung des TFCWED – einmal mehr am Herzen lag. –

Die Entstehungsgeschichte un der Verlauf des Vereins zur Förderung menschenwürdiger Ideologie- und Gesellschaftskritik (WIGK) ist nachzulesen unter http://wigk.blogspot.de/.

Noch einmal ein »Prosit Neujahr«!

Sokrates oder der Tod des Philosophen II

Sokrates, Xanthippe.
»…dieser glaubt doch, etwas zu wissen, was er nicht weiß, ich aber, der ich nichts weiß, glaube auch nicht zu wissen. Ich scheine doch wenigstens um ein Kleines weiser zu sein als dieser, weil ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube…«

Als er seinen Schierlingsbecher.austrinkt, spricht er zu seinen Schülern:

»Doch jetzt ist’s Zeit, fortzugehen: für mich, um zu sterben, für euch, um zu leben. Wer von uns dem besseren Los entgegengeht, ist uns allen unbekannt – das weiß nur Gott.«        (Platon, Apologie des Sokrates)

Noten zur Musik

Nachdem meine Ohren sich über eine längere, einsame, nahezu depressiv zu nennende Zeit an Musikrichtungen wie vornehmlich dem Jazz festgebissen hatten, trat ein Ereignis in mein Leben, welches diese Fesseln sprengen sollte: Mein PC versagte, und mit ihm meine Möglichkeit, aus meiner reichen digitalen »Plattensammlung« je nach Laune mit iner bestimmten Musik eine vortreffliche Stimmung herbeizuzaubern. Diese lähmende Bequemlichkeit sollte nun ein Ende haben. Zurückgeworfen auf alte Medien wie MC, CD und Plattenspieler einerseits, herausgefordert zum Gebrauch für mich neuer Medien wie Smartphone, auf das ein ausgewählter Teil der Medienbibliothek meines PC’s zu übertragen war, andererseits, begab ich mich auf die Suche nach meinen neuen Noten zur Musik. –                                                                                                      (30.07.14) Diese neuen Noten waren und sind allerdings wenn auch alte, aber immerhin mit so einger rezeptiver Erfahrung gut bezahlte  Noten. Al Jarreau, Level 42, The Police, Saga live (in transit), Pink Floyd, Led Zeppelin, Stanley Clarke, um nur einige der Konserven zu nennen, welche ich zu goutieren beliebte. – Ein weiteres Ereignis vermochte meinen musikalischen Weg erneuernd zu beeinflussen: Auf dem Weg nach Schleswig – Holstein machte ich Zwischenstation bei einem Guitarrenlehrer in Lübeck. Das in die Nacht reichende abendliche Gespräch drehte sich selbstverständlich vornehmlich um Musik: In Theorie und Praxis, dem Goutieren von Konserven sowie dem eigenen Musizieren tauschte man sich aus, nicht ohne den je eigenen Geschmack in den Austausch einfließen zu lassen. Derart angeregt, ja nahezu begeistert, kam der Guitarrenlehrer dahin, mir ein sehr wertvolles Abschiedsgeschenk zu machen. Es handelt sich um eine schwarze akustische Konzertguitarre, welche meine Wege zu weiteren bzw. wiederbelebten musikalischen Genüssen ebnen und begleiten sollte. –

Derart musikalisch angeregt, fasste ich den Entschluss, meinen längst zu den Akten gelegt geglaubten Bassverstärker samt Box in meine Wahlheimat Berlin-Lichterfelde zu überführen, um den bis dahin vernachlässigten Künsten zu fröhnen und ihnen einen adäquaten Platz in meinem hiesigen Leben einzuräumen.

Hinzugetreten ist mittlerweiloe die Anschaffung eines elektischen Klaviers, welches ich in einem kleinen Musikgeschäft entdeckte: Zunächst etwas skeptisch bezüglich der elektronischen Tonerzeugung, überzeugte mich das Piano beim Probespielen mit seinem ziemlich authentischen Klavierklang ebenso wie mit seinem – einem echten Klavier sehr nahe kommenden – handling. So entschloss ich mich für die Anschaffung des Instruments, welche mich bis heute nicht reut.

Es bleibt und obliegt mir, dankbar zu sein für die Ausbildung meiner musikalischen Talente während Schul- und Jugenbandzeit, und der Welt mein Bestes davon zurückzugeben.

(Berlin-Lichterfelde, Ende September 2014)

Verhältnis zur Musik

Mein Verhältnis zur Musik – welches sehr intensiv ist – ist im Folgenden zu beschreiben.
Begonnen hat alles im zarten Jugendalter, als meine Mutter beschloss, mich zur Musikschule zu schicken. Sie nahm mich vorsichtig ins Gebet und fragte, welches Instrument ich denn spielen wolle. Ich sagte: »Gitarre natürlich!« – Das war scheinbar nicht ganz nach ihrem Geschmack, und so überredete sie mich mehr oder weniger sanft, doch Klavier zu lernen. Infolgedessen besuchte ich jahrelang – mit mal mehr, mal weniger Gefallen und Freude – die Musikschule, um die Tastenkunst zu erlernen. –
Diese teilweise Quälerei konnte mir allerdings in späteren Jahren zu genüsslichen Einblicken in die große Welt der Musik verhelfen. Auch der Musikunterricht auf dem Gymnasium trug mit Kadenzlehre und anderem das Seine zu meinem Eindringen in die schöne Kunst der Musik bei. Noch in der Abiturprüfung in diesem Fach konnte ich von der erlernten Tastenkunst profitieren: Ich spielte – mit sehr viel Lampenfieber – den Prüfern drei Tänze von Schubert auswendig vor, und kam so gerade mal ungeschoren durch die Prüfung. Mein Musiklehrer vermochte es außerdem, mich für verschiedenste Musikrichtungen zu begeistern: Beim Erzählen vom Swing leuchteten seine Augen ebenso wie bei dem Referieren der verschiedensten klassischen Richtungen, darunter der »Emanzipation der Dissonanz« und der »Sinfonie Classique« von Sergey Prokofiev, von der sich selbstverständlich eine Konserve mittlerweile in meinem Besitz befindet. –
Etwa in der zehnten Klasse trugen zwei Mitschüler, die sich E-Gitarren gekauft hatten, die Idee an mich heran, als Bassist mit ihnen eine Band zu gründen. Nach kurzem Überlegen willigte ich ein, und das Taschengeld wurde für einen E-Bass und Verstärker ausgegeben. So gründeten wir nach einigem Suchen nach einem Schlagzeuger eine Band, probten fleißig zwei mal die Woche, und hatten später so einige Auftritte in diversen Jugendheimen sowie auf der jährlichen »Jugend-Musik-Szene« in einem kleinen Theater meiner Heimatstadt. Ein weiterer Höhepunkt bestand in der Aufnahme in einem hamburger Tonstudio, wo wir – finanziert aus den Einnahmen unserer Auftritte – drei Songs einspielten. Hierbei erlernte ich das Bassspielen hauptsächlich autodidaktisch, begann mit Rockrythmen, um dann später immer mehr den Funk-Bass von Mark King nachzuahmen, der lange Zeit mein großes Vorbild geblieben ist. Dies, mein Gesang der zweiten Stimme (chorus) und einige Eigenkompositionen waren mein Beitrag zu unserer Jugendband. –
Ein  weiterer Höhepunkt bestand in der Einspielung einer Eigenkomposition, bei der ich alle Instrumente selbst spielte: Schlagzeug, Keybord, Bass, Rhytmus- und Sologitarre. Zustande kam diese Aufnahme in einem Übungsraum in Schleswig-Holstein mit Hilfe meiner damaligen Freundin, die geduldig die Aufnahmetaste des Tapedecks drückte, wenn ich daran ging, das nächste Instrument einzuspielen. Die Technik war zwar steinzeitlich, reichte jedoch für dieses Experiment gerade aus. Nach Jahren musikalischer Abstinenz habe ich die Aufnahme wieder hervorgekramt… –
Weiter habe ich gute Erinnerungen an die Stunden mit einem Freund, der mich immer einmal zum Musikhören einlund: Er bewohnte eine kleine Wohnung mit Küche im Dachgeschoß des Reihenhauses, in dem seine Eltern wohnten. Wir tranken Sherry, und er führte mich in die Welt des Jazzrock ein: Hauptsächlich Stanley Clarke, aber auch die epischen Stücke von Led Zeppelin goutierten wir bei unseren drinks, nicht ohne dass er ein wenig über die gehörte Musik dozierte. Er war eben ein Liebhaber, und so konnte ich so Einiges von ihm lernen, meinen musikalischen Horizont erweitern. –
Heutiger Tage habe ich das aktive Musizieren aufgegeben, es war – wie beim Sport – der Zenit überschritten, dieses Hobby eben »ausgereizt«. Geblieben ist eine starke Affinität zur Musik, der ich mit meiner nicht kleinen Musikbibliothek immer wieder gerne fröhne: Sehr viel und gerne Jazz, Funk, aber auch Rock und Klassik, hier vor allem die Brandenburgischen Konzerte und Goldbergvariationen (gespielt von Glenn Gould) von Bach und Klaviersonaten von Mozart, die Klavierkonzerte von Tschaikowsij und – natürlich – die »klassische« Sinfonie von Prokofiev.
So kann ich denn heute fast sagen: »Music was my first love, and it’ll be my last… – « – 😉

(geschrieben am 10. Dezember 2013)

Bericht TFCWED – Treffen

Nun hat es also doch noch geklappt: Nach ein wenig auf die Füße treten eines Gründungsmitglieds konnten wir – nach geraumer Zeit – endlich wieder einmal ein Treffen veranstalten. –

Wir, das waren in diesm Falle mine Wenigkeit, der jüngere der weiteren Gründungsmitglieder, und eine Frau, der ich die Mitgliedschaft angeboten, ja, ihr gar am 03.05. diesen Jahres eine Urkunde ausgstellt hatte. –

Nach dem Treffen, das ob so einger Flirtereien ein wenig wild verlief – inhaltliche »Arbeit« kurz, der private Austausch nahm einen längeren Zeitraum in Anspruch – äußerte die junge Frau, sie hätte ja doch nichts unterschrieben… –

Immerhin konnte besagte junge Frau ihren Beitrag zu den Ideen des Buddhismus leisten, indem sie die Frage in den Raum stellte, ob man von Gburt an – wie es in anderen Religionen, beispielsweise dem Islam, üblich ist, von Geburt an Buddhist sei, und woran man das erkenne. – Das ältere Mitglied entgegnete, die reine Buddhanatur sei von vornherein, also von Gburt an, da, sie werde nur zerstört durch die Verblendungen, welche einem Menschen durch Integration in die Gesllschaft ereilten. Demnach wären also die drei Geistesgifte Anhaftung, Abneigung und Unwissenheit erst durch unsere westliche Gesellschaft erlernt, wenn nicht gar durch den Kapitalismus erst erzwungen… –

Gründung eines Instituts

Nun ist es endlich geschafft: Ich habe mein eigenes Institut gegründet. Nach jahrelanger Arbeit an Entwürfen zu einer Kommunikationsethik ist daraus nun ein Institut entstanden: Das Institut für Kommunikationsethik:

http://ifke.org/

Mit Freude und Gespanntheit sehe ich der Zukunft des Instituts entgegen.

Möge es vielen Menschen helfen und Mut geben.

Das Ende… –

Nun hat es also soweit kommen müssen: Nach neun Jahren reger Diskussionen und schöner Abende musste ich den TFWED auflösen. Nicht ohne Trauer, gemischt mit ein wenig Wut über mangelnden Zusammenhalt sah ich keine andere Möglichkeit. –

Hier ist der Abschieds-Post nachzulesen:

http://www.tfcwed.blogspot.de/

Hier ein – just heute – daraus entstandener Limerick:

Pflichten

Auch jenseits von Befindlichkeiten

Gibt es dann doch Verbindlichkeiten,

Die Einem können nützen,

Mehr als gedacht auch stützen,

Anders als Verschwindlichkeiten.

Auf diesem Wege nochmals alles Gute für die – nun ehemaligen – Mitglieder!

Neue Veröffentlichung

Nun ist es so weit: Drei meiner Werke sind auf der Seite www.Aphorismen.de veröffentlich worden. Dort finden sich auch schöne Werke vieler Autoren… –

Hier meine neuesten Aphorismen, entstanden in Blunk (Schleswig-Holstein):

170.        Gegen Vergessen

Die Menschen, welche versuchen, immerzu und ausschließlich im Hier und Jetzt zu leben, werden früher oder später in eine Sackgasse geraten. Es ist die Sackgasse der Verleugnung ihrer persönlichen Historizität sowie die ihrer Kommunikationen. Es ist zwar allemal wahr, dass diese ihre Wurzeln sie zu fesseln vermögen, doch was wäre ein Baum ohne Wurzeln? So ist denn das romantische Motiv der Rückbesinnung keineswegs ausschließlich mit dem der Sehnsucht gleichzusetzen.                                    12.10.13

 171.        Manche Seelen sind so stumpf, dass sie nicht einmal zu Empfindungen wie Stolz oder Neid fähig sind.                                                                                  13.10.13

 172.        Armut beneiden

        Schon so manch allzu heller Geist kam dahin, aufrichtig und ehrlich jene zu beneiden, welche ihr Leben zwar unreflektiert, jedoch gerade dadurch gut und wohlfeil zu bewältigen imstande sind.                                                                                 13.10.13

 173. Gott in den Menschen suchen: Dies das höchste Lob der Unzulänglichkeit.                                                                                                13.10.13

 

Ist zwar ein wenig bös‘, doch ich schreibe eben gerne mal mit spitzer Feder… –

Der Tod des Philosophen

Beginnen möchte ich meine Überlegungen zum Tode mit einem Gedicht Hermann Hesses:

 

 

Leb wohl, Frau Welt

 

Es liegt die Welt in Scherben,

Einst liebten wir sie sehr,

Nun hat für uns das Sterben

Nicht viele Schrecken mehr.

 

Man soll die Welt nicht schmähen,

Sie ist so bunt und wild,

Uralte Zauber wehen

Noch immer um ihr Bild.

 

Wir wollen dankbar scheiden

Aus ihrem großen Spiel;

Sie gab uns Lust und Leiden,

Sie gab uns Liebe viel.

 

Leb wohl, Frau Welt, und schmücke

Dich wieder jung und glatt,

Wir sind von deinem Glücke

Und deinem Jammer satt.

– Hermann Hesse –

Darin spiegelt sich der Wunsch des Autors, von Begierden frei zu werden, um – quasi in einem Nirvana – die Möglichkeit zu bekommen, Philosophie zu treiben, ungestört zu reflektieren. –

Diesen Gedanken lässt schon Platon seinen Sokrates im Dialog »Phaidon« aussprechen:

»Nämlich diejenige, die sich auf rechte Art mit der
Philosophie befassen, mögen wohl, ohne dass es freilich die andern merken, nach
gar nichts anderm streben als nur zu sterben und tot zu sein.«

Schon bevor ich mit diesen Quellen in Berührung kam, hatte meine Wenigkeit einen analogen Gedanken, als Aphorismus:

152. Der Zwang zum Leben ist ein furchtbarer und erbarmungsloser. Wäre es nicht schöner, tot zu sein, um in Ruhe über all das allzu Lebendige zu reflektieren?                           05.05.08

Nun, der »Tod des Philosophen« ist allemal als eine Metapher aufzufassen, eine, die Platon in die Nähe des Buddhismus zu rücken vermag: Auch dort geht es um Überwindung eines Lebens voller Begierde, um ein Loslassen von den körperlichen Gelüsten, um durch meditative Versenkung Freiheit – und das eben insbesondere im Denken – zu erreichen. –

So ist denn Hesse, Platon, dem Buddhismus und meiner Wenigkeit eines gemein: Die Abkehr von der Welt der körperlichen Bedürfnisse, um der Seele oder dem Geist Freiheit zu bescheren, Flügel zu verleihen, eben durch den »Tod«.