Gedichte: Eine Kostprobe

Wege

Ick geh jetzt an der Unität

Da jibt et scheene Biicher,

Denn wer nich lesen dät,

jehert fast zu de Viecher.

 

 

Die Kunst ist wichtig

 

Die Kunst ist wichtig,

Manchmal flüchtig,

Manchmal richtig,

Den Einen macht sie manchmal süchtig,

Dem Andren ist sie wirklich nichtig:

„Realitäten, die sind wichtig!“

Doch wer so spricht, der macht mich giftig.

 

Herbst

Komm‘ nun endlich, Herbst,

Bedecke mich mit Deiner Lust der Kühle,

Beschütze mich mit Deiner Kälte,

Umschwärme mich mit Deinen sanften Farben,

Umhülle mich mit Deiner wohlgesonn’nen Einsamkeit.

 

Denn mit Dir

Hat die Zeit

Der vorschnellen Zustimmungen

Und der Glücks-Hysterie

Endlich ein Ende.

Und mit den Blättern,

Von den Bäumen fallend,

Fallen auch Träume

Von billigem Glück

Einfach zu Boden.

 

Komm‘ nun endlich, Herbst,

Verwöhne mich mit Deinen Farben,

Betöre mich mit Deiner Strenge.

Sag‘ mir, endlich,

Daß ich einsam bin –

Doch nicht allein.

 

Romantik

 

Der Mond scheint klar,

Und meine Seele ebenso.

So wird denn manches Neue wahr,

Und ich bin wieder froh!

 

Die Zeiten als ich war besessen,

Von Weibern, Männern und so weiter,

Sind nun schon längst vergessen,

Mein neu Askese macht mich heiter.

 

Auch wenn ich habe niemand mehr,

Will ich denn nicht verzagen,

Die Einsamkeit, sie ist Einkehr,

Mich zu mir selber wagen.

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