Jürgen Habermas: ‚Protestbewegung und Hochschulreform‘

„[…] Inzwischen haben sich aber aktionistische Gruppen gebildet, die sich von der Protestbewegung isolieren. Sie haben die Ebene, auf der, bei allem Scheinrevolutionarismus, über grundsätzliche Intentionen eine Übereinstimmung zu bestehen schien, verlassen. Sie sind nicht länger willens, sich an den Rationalitätsanspruch von Diskussionen zu binden.“

(Aus der Einleitung).

Weiter spricht Habermas, der den Protest grundsätzlich unterstützte, von einem „vorsätzlichen Irrationalismus“.

Aus Prinzip gegen etwas, eine Person oder gar Autorität sein, dies erinnert an das aufklärerische Selbstmissverständnis, ohne Autoritäten und Vorurteile auskommen zu wollen. – Eben dies ist das Vorurteil der (ach so) aufgeklärten Revolutionäre.

(s. auch: „Elemente einer allgemeinen Kommunikationstheorie“, Dissertation, S. 226f).