Hesse – Lektüre

Meine Zuneigung zu dem Schriftsteller Hermann Hesse,
die sich zu Bewunderung und Affinität weiterentwickelte,
hat eine lange Geschichte. Es fing an mit einem
Buchgeschenk 1989, dem »Demian«,
über den ich später in der Religionswissenschaft eine Arbeit
zur Zwischenprüfung schreiben durfte. Zunächst jedoch begann ich,
viele seiner kleineren Erzählungen vom Anfang
des vorherigen Jahrhunderts, die ich als »Mängelexemplare«
an Büchertischen vor der Universität kostengünstig erstand,
nahezu gierig zu goutieren. Darunter den Knulp,
welchen ich in den letzten Tagen nochmals mir zu Gemüte führte,
Freunde, Klingsors letzer Sommer und andere kleinere Kostbarkeiten.
Später traten dann Siddhartha, der Steppenwolf,
Narziss und Goldmund und das Glasperlenspiel hinzu,
um nur die wichtigsten Werke zu nennen. –
Die jugendliche, fast fanatisch zu nennende
damalige Begeisterung von Hesse ist inzwischen
einer menschlichen Hochachtung vor
diesem humanistischen Autor gewichen,
und ich nehme immer wieder gerne ein Büchlein
von ihm zur erneuten Lektüre in die Hände. –
In den letzen Tagen habe ich im Netz folgendes Gedicht,
welches ich lange vermisst und nicht zur Hand hatte, gefunden:

Dem Ziel entgegen

 
Immer bin ich ohne Ziel gegangen,

wollte nie zu einer Rast gelangen,
meine Wege schienen ohne Ende.
 
Endlich sah ich, daß ich nur im Kreise
wanderte, und ich wurde müd der Reise.
Jener Tag war meines Lebens Wende.
 
Zögernd geh ich nun dem Ziel entgegen,
denn ich weiß: Auf allen meinen Wegen
steht der Tod und bietet mir die Hände.
                                  Hermann Hesse

Nun habe ich noch vier Tage von meiner vierwöchigen Reise hier in
Schleswig-Holstein vor mir, Zeit für Lektüre
habe ich mir immer genommen. –
Ab Donnerstag bin ich wieder in Berlin erreichbar.

Blunk, 03.08.2013

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