Venedig und Corvara – eine Reise nach Italien (1986)

Es war im Frühjahr 1986 in den Osterferien, als ich (seinerzeit noch nicht Christoph Fuchs) ein letztes Mal eine Urlaubsreise mit meinen Eltern antreten sollte. Mein Bruder, der sein Abitur bewältigt hatte, war für 15 Monate in Staatsdiensten bei der Bundeswehr. Verschiedenste Eignungstests hatten ihn für die Tätigkeit als Radarflugmelder erkoren, und so war ich auf der Reise einmal der einzige Sohn, sozusagen Einzelkind auf Zeit. –

Einmal weniger genervt als vielmehr angetan von der Kulturbeflissenheit der Mutter, schmiedete unsere Alliance Pläne für die Osterreise: Es sollte zunächst Venedig besichtigt werden, um dann den Weg zurück nach Norden in die Alpen zum Skilaufen zu finden. –

Das Auto war gepackt, sechzig Kilometer nördlich von Hamburg.

Von Hamburg nach München sind es ca. 800 km. Dann die Alpen überquert, und ab nach Trentino, auf dem Festland kurz vor Venedig.

Von Bozen nach Venedig sind es knapp 270 Kilometer.

Ich zählte 19 Lenze, so ist meine Erinnerung ein wenig getrübt.

Nach der Durchfahrt durch die Provinz Trentino (Hauptstadt Trient) erreichte man die für drei Nächte mit Frühstück gebuchte Pension. Jeden Tag früh aus den Federn, wurden die drei Tage genutzt, nach etwa halbstündigen Transfer die Sehenswürdigkeiten Venedigs in Augenschein zu nehmen: Der Campanile an der Piazza di San Morco, der Dogenpalast sowie Rialto- und Seufzerbrücke gehörten zum Pflichtprogramm der kulturbeflissenen Mutter. –

Danach Entspannung in den „Gassen“ Venedigs: Kleine und kleinste Wasserstraßen hier, von der Sonne beschienene Brücken ähnlichen Ausmaßes, und ein Jüngling mit einer roten Jeans. Icke halt, 1986… –

Nach den drei Tagen endlich Sport, zwei Wochen Abfahrtsski im Gadertal. In Corvara sprachen die Einheimischen neben Italienisch und Ladinisch auch recht gut Deutsch. Ein Tal weiter, in Cortina D’Ampezzo, nur noch Italienisch. Niente de Tedesco.

Gewidmet mit Dank Lisa Bräutigam.

Dr. Christian Ferch, 18. März 2019, Berlin-Lichterfelde.

Anmerkung

Der Name Ladinien bezeichnet ein geographisches Gebiet in den Dolomiten in Norditalien. Der Begriff wurde wahrscheinlich im 19. Jahrhundert als Bezeichnung für das ladinischsprachige Gadertal geprägt; die 1886 in Corvara gegründete Sektion des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins trug den Namen Ladinia. (Wikipedia)

Selva Gardena (Wolkenstein), Campitello, Corvara, Cortina D’Ampezzo und Arabba sind Skiurlaubsorte und Stationen auf der „Sella – Runde“, einer Ski – Tour rund um ein Felsmassiv in den Dolomiten.

Der Kronplatz ist ein 2275 Meter hoher Berg in Südtirol, am Rande der Dolomiten. Er gilt als Hausberg von Bruneck und ist ein bekanntes Skigebiet. „Kronplatz“ nennt sich nicht nur der Berg, sondern auch die Ferienregion rund um den Berg. (Wikipedia)

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