Die Wahrheit

(Fehler passieren, und auch ich bin nur ein Mensch. – Daher hier ein nachholender Eintrag:)

 

Es existieren unterschiedliche Methoden, sich einer oder der Wahrheit zu nähern.

Die Naturwissenschaften bieten hier:

  1. Probalistik (Wahrscheinlichkeiten)
  1. Kausalität. Ursache und Wirkung. Wenn X, dann U.

Wahrheit: Das ist etwas, worauf die Mehrheit einer Sprachgemeninschft sich einigt. Konsens ist Wahrheit. Reicht dies wirklich schon hin?

Wer am Lautesten schreit, ist überzeugend, oder?

Nicht ganz so streng, doch differenzierter, versuchen die Geisteswissenschaften, sich der Wahrheit zu nähern. Als wissenschaftliche Methodiken sind hier zu nennen:

  1. Hermeneutik
  2. Theorie der Identitätsbildung (G.H. Mead)
  3. Narrativik
  4. Psychoanalyse
  5. Handlungstheorie
  6. Phänomenologische Soziologie

 

Literatur:

Watzlawick, Paul. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Serie Piper, 1976

Rovelli, Carlo. Die Wirklichkeit, die nicht so ist, wie sie scheint. Rowohlt

.

Zu       1.            Hermeneutik

Hermeneutik ist eine philosophsche Disziplin, welche sich um genaues, persönliches     Zuhören Gedanken macht. Es kann die Rede sein von Empathie und            Einfühlungsvermögen in Gesprächen.

Zu       2.            Theorie der Identitätsbildung (G.H. Mead)

Eine Identität zu haben, erscheint für ein menschliches Individuum existentiell. Auf            welche Weise es sie erlangt, gebührt eingehenden Untersuchungen. Mit einer            Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe scheint wenig gewonnen in Sachen Identität.

Zu       3.            Narrativik

„Narrare necesse est“, lautete eine der Maximen des skeptischen Philosophen Odo Marquard. In diesem Fall plädiert er – zwecks Erkennnisgewinns – für Erzählungen. Man kann ja sagen, wer man ist, und seinen Personalausweis auf den Tisch legen. Man kann sich auch jedoch Zeit nehmen, und sich Geschichten erzählen. Vielleicht lernt man ich so besser kennen.

Zu       4.            Psychoanalyse

Man kann – einerseits – schauen, was ist, was „Fakt“ ist, und an der Oberfläche verharren, wie besipielsweise Konversationsanalytiker und Positivisten es tun, und es – leicht schönfärberisch  – als „Praxisorientiertheit“ zu verkaufen wissen. Man kann – andererseits – jedoch auch einen Blick hinter die Kulissen wagen, und sich für Gründe und Hintergründe menschlichen Verhaltens interessieren. Der dafür benötigte Zeitaufwand bleibt zwar unbezahlt, jedoch mit fundamentalem Grundwissen entlohnt.

Zu       5.            Handlungstheorie

Derart gewappnet, mag man sich an die Oberfläche begeben, und einer Praxis frönen, welche von einer nicht unerheblichen Anzahl unserer Zeitgenossen als die einzige Wahrheit angesehen wird. Hintergründe, biographischer, psychischer oder kultureller        Provenienz, werden geleugnet: Nur die Praxis zählt.

Zu       6.            Phänomenologische Soziologie

Die Soziologie als Wissenschaft untersucht Wirkungen eines Individuums auf eine             Gemeinschaft/Gesellschaft, und die Wirkungen einer Gemeinschaft auf ein             Individuum. Hier ist sie einer Psychologie nicht fern. Phänomenologische Herangehensweise und Methodik, welche ihre philosophischen Wurzeln wir Edmund Husserl zu verdanken haben, bescheidet sich in nichteingreifender wissenschaftlicher Untersuchung.

 

© Dr. Ferch, 27. Januar 2019

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