Albert Camus: Das Absurde – Stimmung und Gefühl

»Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Die Entscheidung, ob das Leben sich lohne oder nicht, beantwortet die Grundfrag e der Philosophie. Alles andere – ob die Welt drei Dimensionen und der Geist neun oder zwölf Kategorien habe – kommt erst später. Das sind Spielereien; zunächst heißt es Antwort geben. Und wenn es wahr ist, daß – nach NIETZSCHE – ein Philosoph, der ernst genommen werden will, mit gutem Beispiel voran gehen solle, dann begreift man die Wichtigkeit dieser Antwort, da ihr die unmittelbare Tat folgen muß.Für das Herz sind das unmittelbare Gewißheiten, man muß sie aber gründlich untersuchen, um sie dem Geiste deutlich zu machen.«

Den ersten Schritt zur wissenschaftlichen Abstraktion der Soziologie wagte Arthur Schopenhauer mit seiner Misanthropie: Sich von Menschen und sozialen Bindungen lösen, um einen besseren Überblick zu gewinnen. Pate stand und steht Seneca mit seinen Überlegungen aus »Von der Kürze des Lebens«. Hier sind Gedanken zu finden, welche sich gar nicht einmnal aufgemacht hatten, oder die Intention verfolgten, eine neue Wissenchaft – in diesem Fall Soziologie – zu gründen oder ins Leben zu rufen.

In diesem Zusammenhang… – :

  1. Um die Gesellschaft zu verstehen,

muß man sich von ihr trennen.

CF, 10.11.89

Stehst Du im Wald, so siehst Du Bäume. Einen vor Dir, einen hinter Dir. Rechts und links, so neben Dir, ooch noch zwee.

Tritts Du zurück 50 Meter, Du sehen ganze Wald.

Genau dies wollten uns Albert Camus und Seneca mitteilen und uns nahe bringen: Eine Stimmung, ein Gefühl und eine Geisteshaltung.

Dr. Ferch, 11.02.2019

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