Lachen Sie ruhig! Die Philosophen lachen lauter… –

Manch Einer hat wenig zu lachen, so sagt man landläufig, denn sein Leben erscheint ihm übermäßig beschwerlich, doch wenn er Jemandes Missgeschickes Zeuge wird, kann er sich sein Gelächter kaum verkneifen.

»Das Lachen unterscheidet Mensch und Tier. Man erkennt den Menschen stets daran, dass er zum rechten Zeitpunkt lachen kann.«, heißt es im „Timm Thaler“ von James Krüss. Hier hatte ein Jüngling sein menschliches, herzhaftes Lachen an den Baron Lefuet (rückwärts gelesen: „Teufel“!) verkauft gegen die Fähgkeit, jegliche Wetten zu gewinnen, und so zu einem reichen Mann zu werden. Ohne Lachen allerdings. War dies ein gutes Geschäft?

Warum lachen Menschen, und was steckt dahinter? –

Lachen über ein Missgeschick eines Mitmenschen: Das ist nach Sigmund Freuds psychoanalytischer Interpretation eine Triebabfuhr der Erleichterung. Erleichtert darüber, dass ihm das Missgeschick nicht selber widerfahren ist, lacht ein Mensch.

Auch Philosophen haben über das Lachen nachgedacht. Denn philosophieren bedeutet: Alles denken dürfen und müssen, nichts Menschliches gehört ausgeschlossen. Und hier – beim Ausgeschlossenen – sind wir sofort ganz nahe dran an einer philosophischen Interpretation des Lachens. Durch Lachen nämlich wird scheinbar Ausgeschlossenes eben nicht ignoriert, sondern – im Gegenteil – wieder hereingeholt in die Psyche des Lachenden und seine soziale Gruppe, denn diese wurde angesteckt durch seine Fröhlichkeit.

Gelächter und Lächerlichkeit. Dies mag zwar für den betroffenen Ausgelachten erniedrigend sein, doch ist dies immerhin das Gegenteil von Ignoranz: Der Belachte wird wahrgenommen und Mitgefühl ist ihm gewiss, selbst noch durch eine Demütigung. Wäre er ein Stein, käme ihm derartige Empathie nicht zuteil.

© Dr. Ferch, Berlin; 27. Dezember 2018