Ein Gedicht aus dem Archiv – Polemisches zum Nachdenken

Einst betrat ich in den Semesterferien eines heißen Sommers ein Studentencafé der Freien Universität Berlin. Dort erblickte ich auf einem der Tische eine Kerze, welche sich durch die Sonneneinstrahlung mehr als ein wenig gekrümmt hatte. „So geht’s ja nun nicht!“, dachte ich bei mir, und unternahm den Versuch, sie gerade zu biegen. Es machte „knack“, und die Kerze war entzwei. –

„Was ist daraus zu lernen?“, räsonierte ich, und dachte darüber nach, wie Menschen manchmal miteinander umgehen, insbesondere in partnerschaftlichen Beziehungen. So entstand folgendes Gedicht, welches beidergeschlechtlich anwendbar ist. – Gebrauchslyrik also… –
Erkenntnis eines Übermenschen
Die Hitze, ach, verdrehte ihr den Kopf, das Herz.
Ich wollte beides      gerade biegen.
Doch langsam stellte ich dann fest    (mit Schmerz):
Es kann nicht alles sich zum Guten fügen.
(1995)

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