Begegnung an der Freien Universität Berlin

Leiser Schrei

Ich laufe, doch das Ziel scheint fern.

So soll ich sein, das haben sie gern.

Ich schreie und sie hören nicht.

Weiß ich, was der Tag verspricht?

So ehrlich wie die Nacht

Wann hab‘ ich zuletzt ehrlich gelacht?

Es ist der leise Hilferuf

Erklimmen muss ich diesen Berg zu Fuß.

Das Bild ist verschwommen.

Das Gefühl ist verkommen.

Das liebliche Flüstern ertrinkt im Gelärme.

Ich friere, erfahre ich je wieder Wärme?

Mein Schrei erstickt und wird überhört.

Ich weiß, dass es keine Menschenseele mehr stört.

Lachen, obwohl die Tränen kreischen.

Mein Liebster: Ja, er setzt die Zeichen.

Er sitzt im andren Zimmer und lacht.

Während kalt in mir das Flehen erwacht.

Ihn lachen sehen, nichts Schöneres kann ich

Der Schmerz in meiner Brust zieht sich

Die Tränen werde ich nun runter schlucken.

Sehen [s]Sie in meine Augen, werde ich weggucken.

Alexandria, im Februar 2020

 

Für Minne: Kein Gesang

Ein Blatt von meinem Drachenbaum

Es winkt mir zu,

Man glaubt es kaum.

Ach, nein, das war wohl nur ein Traum;

Mein Herz, es sieht: Das warest Du.

Die Haut, sie mächt schon mal Capricen,

Des Körpers Rhythmus fordert sein Tribut.

Zu Hause werd‘ ich meine Pflanzen gießen.

Allein, Dein‘ Offenheit, sie tat mir gut!

Nun lächle nur, auf allen Deinen Wegen!

Und spende niemals unnütz Blut.

Mein Geist scheint nun in Dir zugegen;

Wenn’s Feuer aus, dann schaun‘ wir in die Glut.

Dort drinnen erst der Weisheit Kerne rinnt.

Versuch‘ es mal, dann wirst Du es erfahren.

Und lass‘ die denken: „Mann, die spinnt!“

Mein Herz: Dies solltest‘ Dir bewahren!

Dr. Christian Ferch, am nächsten Tage